Mulchen & Feuchtigkeit halten
Eine schützende Schicht für den Boden
Offener Gartenboden ist Sonne, Wind und starkem Regen direkt ausgesetzt. Gerade in trockenen Zeiten kann dadurch viel Feuchtigkeit verloren gehen.
Eine Mulchschicht kann helfen, die Bodenoberfläche zu schützen. Sie liegt wie eine lockere Decke auf dem Boden und kann dazu beitragen, Verdunstung zu verringern, Temperaturschwankungen abzumildern und den Boden länger feucht zu halten.
Mulchen ist dabei keine feste Methode mit nur einem richtigen Material. Je nach Gartenbereich können unterschiedliche Lösungen sinnvoll sein.

Was bedeutet Mulchen eigentlich?
Beim Mulchen wird die Bodenoberfläche mit organischem oder mineralischem Material bedeckt.
Im Garten werden häufig Laub, Rasenschnitt, gehäckselte Pflanzenreste, Stroh oder Rindenmaterial verwendet. Auch lebende Pflanzen können den Boden bedecken und damit eine ähnliche Funktion übernehmen.
Die Schicht bleibt zunächst auf der Oberfläche liegen und wird – bei organischem Material – nach und nach von Bodenorganismen zersetzt.
Weniger Verdunstung bei Hitze
An heißen Tagen kann unbedeckter Boden schnell austrocknen. Besonders die obersten Zentimeter verlieren dabei viel Wasser.
Eine Mulchschicht kann direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden reduzieren und den Luftaustausch an der Oberfläche bremsen. Dadurch bleibt Feuchtigkeit häufig länger verfügbar.
Das kann vor allem in Beeten, unter Sträuchern oder bei jungen Pflanzen hilfreich sein.
Mulch schützt auch vor starkem Regen
Nicht nur Trockenheit beeinflusst den Boden. Bei kräftigem Regen treffen Wassertropfen mit hoher Energie auf die Oberfläche.
Eine schützende Schicht kann diesen Aufprall abfangen und dazu beitragen, dass die Bodenoberfläche weniger verschlämmt oder ausgespült wird.
Damit kann Mulch sowohl in trockenen als auch in sehr nassen Wetterphasen eine praktische Rolle spielen.
Nicht jedes Material wirkt gleich
Verschiedene Mulchmaterialien haben unterschiedliche Eigenschaften.
Rasenschnitt zersetzt sich vergleichsweise schnell und sollte eher dünn aufgebracht werden. Laub eignet sich besonders unter Gehölzen und Sträuchern. Holzhäcksel oder Rindenmaterial bleiben länger erhalten und werden häufig auf Wegen oder unter größeren Pflanzen eingesetzt.
Welches Material passt, hängt vom Standort, von den Pflanzen und davon ab, wie der Garten genutzt wird.
Rasenschnitt sinnvoll nutzen
Frischer Rasenschnitt fällt in vielen Gärten regelmäßig an und kann in dünnen Schichten direkt weiterverwendet werden.
Wird er sehr dick aufgetragen, kann er jedoch zusammenkleben und schlecht belüftet werden.
Eine dünne, lockere Schicht kann dagegen nach und nach trocknen und verrotten.
Laub darf im Garten bleiben
Herbstlaub wird häufig vollständig entfernt. In manchen Gartenbereichen kann es jedoch sinnvoll sein, einen Teil davon liegen zu lassen.
Unter Hecken, Bäumen und Sträuchern schützt Laub den Boden und wird langsam von Bodenorganismen zersetzt.
Gleichzeitig bietet es vielen kleinen Tieren einen Rückzugsraum.
Auf Wegen, Treppen oder intensiv genutzten Rasenflächen kann Laub dagegen störend oder rutschig sein. Dort lässt es sich aufnehmen und an anderer Stelle im Garten weiterverwenden.
Auch lebende Pflanzen können mulchen
Boden muss nicht immer mit losem Material bedeckt werden. Bodendecker, Stauden oder andere dicht wachsende Pflanzen können ebenfalls dafür sorgen, dass weniger offene Erde der Sonne ausgesetzt ist.
Solche Pflanzendecken können gleichzeitig Lebensraum schaffen und den Garten strukturieren.
Welche Pflanzen dafür geeignet sind, hängt wiederum von Licht, Boden und Feuchtigkeit ab.
Mulch verändert sich mit der Zeit
Organisches Material bleibt nicht dauerhaft unverändert.
Regenwürmer, Pilze, Bakterien und andere Bodenorganismen beginnen nach und nach mit dem Abbau. Das Material wird dünner und geht teilweise in den natürlichen Stoffkreislauf des Bodens über. Kompost & Bodenleben – wie organisches Material wieder Teil des Bodens wird →
Nährstoffe mitdenken
Beim Abbau organischer Materialien verändern sich auch die Nährstoffverhältnisse im Boden.
Einige Mulchmaterialien werden schnell umgesetzt und können dabei Nährstoffe freisetzen. Sehr holzige Materialien werden deutlich langsamer zersetzt.
Deshalb muss nicht jedes Material in jedem Beet gleich eingesetzt werden. Besonders bei empfindlichen Pflanzen kann es sinnvoll sein, zunächst mit einer moderaten Schicht zu beginnen und zu beobachten, wie sich Boden und Pflanzen entwickeln.
Wie dick sollte die Mulchschicht sein?
Eine pauschale Höhe passt nicht zu jedem Material.
Feiner und feuchter Rasenschnitt wird besser dünn verteilt. Lockeres Laub oder gröberes Pflanzenmaterial kann etwas höher liegen, solange Luft an das Material gelangt.
Direkt an Pflanzenstämmen oder empfindlichen Pflanzenteilen kann etwas Abstand sinnvoll sein, damit dort nicht dauerhaft Feuchtigkeit stehen bleibt.
Mulch kann Unkraut bremsen
Eine geschlossene Mulchschicht nimmt keimenden Pflanzen Licht und kann dadurch das Wachstum unerwünschter Beikräuter reduzieren.
Ganz verhindern lässt sich Pflanzenwachstum dadurch allerdings meist nicht.
Auch hier gilt: Mulch ist kein Wundermittel, sondern eine Möglichkeit, Pflegeaufwand und offene Bodenflächen zu reduzieren.
Mulchen und Gießen gehören zusammen
Eine Mulchschicht hält vorhandene Feuchtigkeit länger im Boden, ersetzt aber kein Wasser.
Besonders frisch gesetzte Pflanzen oder junge Gehölze können weiterhin zusätzliche Bewässerung benötigen.
Wenn gegossen wird, sollte das Wasser möglichst bis in den Boden gelangen und nicht nur die Mulchoberfläche anfeuchten. Regenwasser sammeln und sinnvoll im Garten nutzen →
Der Boden bleibt das Entscheidende
Mulch wirkt immer zusammen mit dem vorhandenen Boden.
Ein lockerer, lebendiger Boden kann Wasser gut aufnehmen und speichern. Eine schützende Oberfläche kann dabei helfen, diese Feuchtigkeit länger zu erhalten. Boden verstehen – die Grundlage des Gartens →
Nicht überall muss gemulcht werden
Ein Garten besteht aus unterschiedlichen Bereichen. Gemüsebeete, Staudenflächen, Gehölze, Blumenwiesen und Wege haben unterschiedliche Anforderungen.
Deshalb muss nicht überall dieselbe Mulchschicht liegen.
Interessanter ist die Frage, an welchen Stellen der Boden besonders schnell austrocknet oder häufig offen liegt. Dort kann Mulchen eine mögliche Lösung sein.
Material aus dem eigenen Garten nutzen
Viele geeignete Mulchmaterialien entstehen ohnehin direkt im Garten.
Laub, Rasenschnitt oder zerkleinerter Pflanzenschnitt müssen deshalb nicht zwangsläufig abtransportiert werden. Ein Teil davon kann wieder dort eingesetzt werden, wo er entstanden ist.
So lassen sich natürliche Kreisläufe nutzen und gleichzeitig Transport- und Entsorgungsaufwand reduzieren.
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Rubrik Garten & Natur
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