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Regenwasser fällt kostenlos auf Dächer, Wege und Grundstücke. Statt es möglichst schnell abzuleiten, kann es an vielen Stellen sinnvoll gesammelt, genutzt oder vor Ort versickert werden.
Gerade für Gärten bietet Regenwasser eine einfache Möglichkeit, Trinkwasser zu sparen. Gleichzeitig kann ein Grundstück davon profitieren, wenn Niederschläge nicht sofort vollständig in die Kanalisation abfließen.
Ein bewusster Umgang mit Regenwasser verbindet deshalb mehrere Ziele: Wasser nutzen, Böden feucht halten, Pflanzen versorgen und das eigene Grundstück besser auf trockene Zeiten und starke Niederschläge vorbereiten.

Die einfachste Form der Regenwassernutzung ist eine Regentonne am Fallrohr. Das vom Dach ablaufende Wasser wird gesammelt und kann später zum Gießen verwendet werden.
Für größere Gärten oder einen höheren Wasserbedarf können größere Speicher oder Zisternen interessant sein. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Dachfläche, dem verfügbaren Platz und dem tatsächlichen Wasserbedarf ab.
Tipp: Ein Regenspeicher sollte nicht nur möglichst groß sein, sondern zum Grundstück und zur Nutzung passen. Auch ein kleiner Speicher kann sinnvoll sein, wenn er regelmäßig genutzt und bei Regen wieder gefüllt wird.
"Regen, der auf dem eigenen Grundstück fällt, muss nicht einfach verschwinden. Wer ihn auffängt und sinnvoll nutzt, macht aus Wetter eine kleine Ressource für Haus und Garten."
Für die Bewässerung von Gartenpflanzen, Bäumen, Beeten und Kübelpflanzen ist gesammeltes Regenwasser besonders einfach nutzbar.
Wer Regenwasser sammelt, kann damit in trockenen Zeiten einen Teil des sonst benötigten Trinkwassers ersetzen. Besonders im Sommer kann ein gefüllter Speicher helfen, kurze Trockenperioden zu überbrücken.
Am besten wird möglichst gezielt gegossen. Pflanzen profitieren häufig stärker von einer ausreichenden Wassermenge direkt im Wurzelbereich als von häufigem oberflächlichem Gießen.
Nicht jedes Regenwasser muss gespeichert werden. Ein wichtiger Teil eines naturnahen Wasserkreislaufs ist die Versickerung direkt auf dem Grundstück.
Unversiegelte Flächen, Rasen, Beete oder geeignete Versickerungsbereiche können Wasser aufnehmen und zeitweise speichern. Dadurch gelangt ein Teil des Niederschlags wieder in den Boden, anstatt unmittelbar abzufließen.
Auch Mulden oder andere geeignete Versickerungslösungen können dazu beitragen, Regenwasser zunächst zurückzuhalten und langsam in den Boden abzugeben.
Ob eine gezielte Versickerung möglich und sinnvoll ist, hängt jedoch vom Boden, vom Grundwasserstand, von den örtlichen Gegebenheiten und von möglichen Vorgaben ab.
Nicht jeder Boden nimmt Wasser gleich gut auf. Sandige und durchlässige Böden können Niederschläge meist schneller aufnehmen als schwere oder stark tonhaltige Böden.
Bei wenig durchlässigem Boden kann Wasser längere Zeit stehen bleiben. Deshalb sollte vor größeren Versickerungsmaßnahmen geprüft werden, ob der Untergrund dafür geeignet ist.
Tipp: Beobachten Sie nach einem kräftigen Regenschauer, wo sich Wasser sammelt und wie schnell es wieder verschwindet. Das liefert bereits erste Hinweise darauf, wie das eigene Grundstück mit Niederschlägen umgeht.
Auch die größte Regentonne ist irgendwann voll. Deshalb sollte schon beim Aufstellen eines Regenspeichers bedacht werden, wohin überschüssiges Wasser bei längerem oder starkem Regen fließen kann.
Ein sinnvoll geführter Überlauf kann das Wasser beispielsweise in einen geeigneten Gartenbereich oder eine vorgesehene Versickerungsfläche leiten.
Wichtig ist, dass Wasser dabei weder Gebäude gefährdet noch unkontrolliert auf Nachbargrundstücke oder andere ungeeignete Flächen geleitet wird.
Regenwasser soll dem Garten helfen – nicht dem Haus schaden. Versickerungsbereiche sollten deshalb so geplant werden, dass sich Wasser nicht dauerhaft unmittelbar an Kellerwänden, Fundamenten oder anderen empfindlichen Gebäudeteilen sammelt.
Bei größeren Anlagen, schwierigen Bodenverhältnissen oder Gebäuden mit Feuchteproblemen ist fachkundige Beratung sinnvoll.
Vollständig versiegelte Flächen können Regenwasser kaum aufnehmen. Das Wasser läuft dort schnell ab und muss an anderer Stelle aufgenommen oder abgeleitet werden.
Bei neuen Wegen, Stellflächen oder Zufahrten kann es deshalb sinnvoll sein zu prüfen, ob wasserdurchlässige Beläge oder begrünte Flächen möglich sind.
Auch kleinere Veränderungen können helfen. Nicht jede Fläche rund um ein Haus muss vollständig gepflastert oder betoniert sein.
Eine Regentonne oder kleine Versickerungsfläche ist hilfreich für den normalen Umgang mit Niederschlägen. Bei außergewöhnlich starkem Regen können solche Lösungen jedoch schnell an ihre Grenzen kommen.
Für Starkregen ist deshalb eine zusätzliche Frage wichtig: Wohin kann Wasser fließen, wenn Speicher und Boden bereits voll sind?
Geländeneigungen, tiefer liegende Bereiche, Kellerzugänge, Lichtschächte und Zufahrten können dabei eine wichtige Rolle spielen. Das Thema Starkregenvorsorge behandeln wir deshalb noch einmal ausführlich in einem eigenen Beitrag.
Regenwasser kann technisch auch für bestimmte Anwendungen im Gebäude genutzt werden, beispielsweise für die Toilettenspülung. Solche Anlagen sind jedoch deutlich aufwendiger als eine Regentonne im Garten.
Dafür werden unter anderem geeignete Speicher, getrennte Leitungssysteme sowie eine fachgerechte Installation benötigt. Trinkwasser und Regenwasser dürfen dabei nicht unzulässig miteinander verbunden werden.
Wer eine solche Anlage plant, sollte sich deshalb vorher über technische, hygienische und örtliche Anforderungen informieren.
Nicht jedes Grundstück benötigt sofort eine große Zisterne oder eine aufwendige Versickerungsanlage. Oft lässt sich mit kleinen Maßnahmen beginnen.
Aus solchen kleinen Schritten kann nach und nach ein Grundstück entstehen, das Regenwasser besser nutzt und länger auf der eigenen Fläche hält.
Für die Nutzung und Versickerung von Niederschlagswasser können je nach Grundstück, Entwässerungssystem und örtlicher Situation unterschiedliche Vorgaben gelten.
Besonders bei größeren Zisternen, technischen Versickerungsanlagen oder Veränderungen an bestehenden Entwässerungssystemen sollte deshalb vorher geklärt werden, welche Anforderungen vor Ort gelten.
Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine technische, wasserrechtliche oder bauliche Beratung.
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