Wie können Weiher und Rückhalteflächen beim Hochwasserschutz helfen?
Starkregen kann in kurzer Zeit sehr viel Wasser bringen. Problematisch wird es dann, wenn das Wasser schnell über Straßen, Wege und befestigte Flächen abfließt und sich an tieferen Stellen sammelt.
Eine Möglichkeit, solche Wassermengen besser zu bewältigen, ist der Wasserrückhalt. Dabei wird Wasser nicht sofort weitergeleitet, sondern für eine gewisse Zeit gespeichert. Dafür können zum Beispiel Mulden, Rückhalteflächen, Becken oder unter passenden Bedingungen auch Weiher genutzt werden.
Wasser braucht Platz
Bei starkem Regen kann der Boden nicht immer alles Wasser sofort aufnehmen.
Wenn das Wasser sehr schnell abfließt, steigt auch die Menge, die innerhalb kurzer Zeit in Gräben und Bächen ankommt. Rückhalteflächen können helfen, einen Teil dieses Wassers zunächst aufzunehmen.
Das Wasser kann dort für eine Zeit bleiben und später langsamer abfließen, versickern oder verdunsten.
Die Grundidee ist einfach:
Wasser soll nicht möglichst schnell weg, sondern möglichst sinnvoll in der Landschaft gehalten werden.
Ein Weiher kann mehr als nur schön aussehen
Ein Weiher ist normalerweise ein kleines stehendes Gewässer. Ein Rückhaltebecken hat dagegen vor allem die Aufgabe, bei starkem Regen zusätzliches Wasser aufzunehmen.
Beides kann sich unter bestimmten Voraussetzungen verbinden lassen.
Ein Weiher könnte zum Beispiel einen dauerhaft sichtbaren Wasserbereich haben. Darüber hinaus könnte zusätzlicher Platz vorhanden sein, der sich erst bei starkem Regen mit Wasser füllt.
Ob das an einem bestimmten Ort funktioniert, muss vorher genau untersucht werden.
Nicht jeder Weiher schützt automatisch vor Hochwasser
Entscheidend ist nicht nur, ob dort Wasser steht.
Wichtig ist zum Beispiel:
- Wie viel Wasser fließt überhaupt zur Fläche?
- Wie groß ist die Fläche?
- Wie viel zusätzliches Wasser kann sie aufnehmen?
- Wie schnell kommt das Wasser an?
- Wie wird es später wieder abgegeben?
- Wie sind Boden und Gelände beschaffen?
Erst wenn diese Fragen geklärt sind, kann man einschätzen, ob eine Fläche wirklich beim Hochwasserschutz helfen kann.
Ein möglicher Ansatz für Sohland
In Sohland am Rotstein gibt es im Dorfzentrum eine Brachfläche, für die die Idee besteht, einen Weiher mit zusätzlichem Rückhalteraum zu entwickeln.
Das wäre spannend, weil eine solche Fläche mehrere Aufgaben verbinden könnte:
Sie könnte Wasser bei Starkregen zeitweise aufnehmen, einen neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen und gleichzeitig eine heute wenig genutzte Fläche im Dorfzentrum aufwerten.
Ob das an dieser Stelle tatsächlich sinnvoll und wirksam wäre, müsste fachlich geprüft werden. Dabei wären vor allem Gelände, Zuflüsse, Boden und mögliches Rückhaltevolumen wichtig.
Visualisierung einer möglichen Entwicklungsidee für das Dorfzentrum von Sohland am Rotstein.

Mehrwert für Natur und Dorf
Eine Rückhaltefläche muss nicht unbedingt wie eine technische Anlage aussehen.
Mit einer guten Planung könnten Wasser, Pflanzen und Landschaftsgestaltung miteinander verbunden werden. So könnte aus einer Brachfläche möglicherweise ein Ort entstehen, der Natur, Wasserrückhalt und Dorfentwicklung gleichzeitig unterstützt.
Gerade das macht solche Ideen interessant.
Was wir daraus fürs Landleben mitnehmen können
Beim Hochwasserschutz geht es nicht nur um Mauern, Rohre oder große Bauwerke.
Auch Flächen, auf denen Wasser vorübergehend Platz bekommt, können eine wichtige Rolle spielen.
Weiher und Rückhalteflächen können helfen, Wasser länger in der Landschaft zu halten und starke Abflüsse zu bremsen – wenn der Standort dafür geeignet ist.
Quellen
Umweltbundesamt: Informationen zu Wasserrückhalt und Hochwasservorsorge.
Umweltbundesamt: Informationen zu Retentionsflächen und Gewässerentwicklung.
Umweltbundesamt: Beispiele für die Verbindung von Wasserrückhalt und Naturschutz.
Stand der Informationen: August 2026
Rubrik Wasser & Klimawandel
Wie verändern höhere Temperaturen, Trockenperioden und Starkregen den Wasserhaushalt unserer Region? Wir schauen auf die Zusammenhänge – und darauf, welche Möglichkeiten es im eigenen Alltag gibt.← Zurück zu Wasser & Klimawandel
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