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Sohland am Rotstein
Im Hintergrund: Sohland am Rotstein von oben 2018. Ein lebendiges Dorf in der Oberlausitz.

Warum kann Wasser knapp werden, obwohl es regnet?

Kurz erklärt: Dass es regnet, bedeutet nicht automatisch, dass einer Landschaft anschließend ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Entscheidend ist die gesamte Wasserbilanz: Wie viel Niederschlag fällt, wie viel Wasser verdunstet, wie viel fließt ab und welcher Anteil kann im Boden gespeichert werden oder ins Grundwasser gelangen?

Regen ist nur ein Teil des Wasserhaushalts

Wenn Niederschlag auf den Boden fällt, beginnt das Wasser unterschiedliche Wege zu nehmen. Ein Teil wird von Pflanzen aufgenommen, ein Teil verdunstet wieder, ein Teil fließt oberirdisch ab und ein weiterer Teil kann in den Boden einsickern.

Deshalb kann es durchaus kräftig regnen und trotzdem langfristig zu trockenen Bedingungen kommen.

Ein wichtiger Maßstab dafür ist die klimatische Wasserbilanz. Vereinfacht gesagt wird dabei dem Niederschlag die potenzielle Verdunstung gegenübergestellt.

Illustration zu Niederschlag, Verdunstung, Versickerung und Grundwasser

Regen allein entscheidet nicht über die Wasserverfügbarkeit: Verdunstung, Abfluss, Versickerung und Speicherung bestimmen mit, wie viel Wasser in Boden und Landschaft verbleibt.

Wärme erhöht den Durst der Atmosphäre

Mit steigenden Temperaturen kann grundsätzlich mehr Wasser verdunsten. Auch Sonnenscheindauer, Vegetation und weitere Faktoren beeinflussen die Verdunstung.

Das lässt sich in Sachsen inzwischen deutlich beobachten. Nach Angaben des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie war es von November 2017 bis Juni 2026 im sächsischen Flächenmittel rund 1,9 Grad Celsius wärmer als in der Referenzperiode 1961 - 1990. Gleichzeitig lag die Gras-Referenzverdunstung in diesem Zeitraum rund 16 Prozent höher.

Der Niederschlag lag dagegen rund 8 Prozent unter dem Vergleichswert. Zusammengenommen ergab sich gegenüber der Referenzperiode ein erhebliches Defizit der klimatischen Wasserbilanz.

Auch ein nasses Jahr löst das Problem nicht automatisch

Wie wichtig die Verdunstung ist, zeigte beispielsweise das Jahr 2024. Sachsen verzeichnete damals sogar einen leichten Niederschlagsüberschuss gegenüber der Referenzperiode. Trotzdem blieb die klimatische Wasserbilanz deutlich unter dem früheren Vergleichswert, weil die potenzielle Verdunstung erheblich höher lag.

2025 war die Situation wiederum anders: Ein sehr trockenes Frühjahr und insgesamt deutlich weniger Niederschlag trafen erneut auf eine hohe potenzielle Verdunstung. Die klimatische Wasserbilanz lag im sächsischen Mittel bei -43 Litern pro Quadratmeter.

Ein einzelner Regentag - und selbst ein insgesamt feuchterer Zeitraum - sagt deshalb noch wenig darüber aus, ob länger bestehende Wasserdefizite bereits ausgeglichen sind.

Entscheidend ist auch, wann und wie es regnet

Für den Wasserhaushalt macht es einen Unterschied, ob Niederschlag über längere Zeit gleichmäßig fällt oder große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit auftreten.

Das sächsische Klimamonitoring beschreibt die Niederschlagsverteilung als zunehmend ungleichmäßig. Niederschlagsreiche Monate entstehen dabei häufig durch Starkregen, Schauer, Gewitter oder Dauerregen, während länger anhaltender leichter bis mäßiger Regen seltener wird.

Wie viel Wasser anschließend tatsächlich im Boden verbleibt, hängt unter anderem vom Zustand und der Feuchtigkeit des Bodens, von der Jahreszeit und von der Intensität des Niederschlags ab.

Was bedeutet das für unser Landleben?

Gerade auf dem Land wird dieser Zusammenhang an vielen Stellen sichtbar: im Garten und auf Feldern, an Bäumen und Wäldern, in Teichen und Bächen und schließlich auch an unserem Schwarzen Schöps.

Deshalb lohnt es sich, beim Thema Wasser nicht nur auf die Regenmenge zu schauen. Ebenso wichtig ist die Frage, wie viel Wasser unsere Böden und unsere Landschaft aufnehmen und über längere Zeit speichern können.

Genau damit beschäftigen wir uns in den weiteren Themen dieser Rubrik.

Quellen und weiterführende Informationen

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): Trockenheit in Sachsen

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): Wetter trifft auf Klima - Jahresrückblick 2025

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): Klimaentwicklung - Potentielles Wasserdargebot

Stand der Informationen: August 2026

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