Sohland-Rotstein.de Für Bewohner, Gäste und Leute mit Heimweh.
Kurz erklärt: Die klimatische Wasserbilanz zeigt vereinfacht, wie Niederschlag und mögliche Verdunstung zueinander stehen. Fällt mehr Niederschlag, als potenziell verdunsten kann, ist die Bilanz positiv. Ist die mögliche Verdunstung größer als der Niederschlag, entsteht eine negative Bilanz. Das macht sie zu einem wichtigen Kennwert für die Einschätzung des Wasserhaushalts.
Die Grundidee lässt sich mit einer sehr einfachen Formel darstellen:
Klimatische Wasserbilanz - Niederschlag - potenzielle Verdunstung
Fallen beispielsweise innerhalb eines bestimmten Zeitraums 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und beträgt die potenzielle Verdunstung 70 Liter pro Quadratmeter, ergibt sich rechnerisch eine positive Wasserbilanz von 30 Litern pro Quadratmeter.
Liegt die potenzielle Verdunstung dagegen bei 120 Litern, beträgt die klimatische Wasserbilanz minus 20 Liter pro Quadratmeter.
Dabei beschreibt die potenzielle Verdunstung nicht zwingend die Wassermenge, die tatsächlich verdunstet. Sie beschreibt vereinfacht den Verdunstungsanspruch der Atmosphäre unter der Annahme, dass ausreichend Wasser vorhanden wäre.

Genau hier liegt der Nutzen der klimatischen Wasserbilanz. Ein Jahr kann durchaus viel Niederschlag bringen. Wenn gleichzeitig aufgrund hoher Temperaturen und anderer klimatischer Bedingungen die potenzielle Verdunstung hoch ist, bleibt vom zusätzlichen Wasser rechnerisch weniger übrig.
Das lässt sich auch in den langfristigen Daten für Sachsen erkennen. Für die Referenzperiode 1961 bis 1990 nennt das sächsische Klimamonitoring im Flächenmittel rund 780 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Jahr sowie etwa 625 Liter potenzielle Verdunstung. Daraus ergab sich eine klimatische Wasserbilanz von ungefähr 155 Litern pro Quadratmeter.
Für 1991 bis 2020 stieg der mittlere Niederschlag zwar auf rund 812 Liter pro Quadratmeter. Gleichzeitig erhöhte sich aber die potenzielle Verdunstung auf etwa 671 Liter. Die klimatische Wasserbilanz sank dadurch auf rund 141 Liter pro Quadratmeter.
Eine Jahreszahl erzählt allerdings nicht die ganze Geschichte.
In den Wintermonaten ist die klimatische Wasserbilanz im langjährigen Mittel häufig positiv: Es verdunstet vergleichsweise wenig Wasser und Niederschläge können zur Auffüllung der Wasservorräte beitragen.
Im Sommer kann sich das Verhältnis umkehren. Höhere Temperaturen und stärkere Verdunstung können dazu führen, dass die klimatische Wasserbilanz negativ wird. Das sächsische Landeshochwasserzentrum weist darauf hin, dass dies im langjährigen Mittel für die Sommermonate typisch ist.
Die klimatische Wasserbilanz ist ein klimatischer Kennwert. Sie sagt nicht unmittelbar, wie feucht der Boden in einem bestimmten Garten ist oder wie hoch der Wasserstand im Schwarzen Schöps gerade steht.
Bodenart, Vegetation, Versickerung, Grundwasser, Abfluss und die Niederschlagsverteilung spielen zusätzlich eine Rolle.
Trotzdem hilft uns die Wasserbilanz, einen wichtigen Zusammenhang zu verstehen:
Nicht allein die Menge des Regens entscheidet darüber, wie viel Wasser einer Landschaft zur Verfügung steht. Auch die Verdunstung gehört zur Rechnung.
Für Landwirtschaft, Wälder, Gärten und Gewässer ist deshalb nicht nur interessant, wie viel es geregnet hat. Ebenso wichtig ist, zu welcher Jahreszeit der Niederschlag fällt und welchen atmosphärischen Bedingungen er gegenübersteht.
Die klimatische Wasserbilanz hilft dabei, diese Zusammenhänge besser einzuordnen – und erklärt, warum ein vermeintlich regenreiches Jahr nicht automatisch bedeutet, dass Trockenheit kein Thema mehr ist.
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG): Entwicklung der klimatischen Wasserbilanz in Sachsen LfULG / Klima Sachsen: Trockenheit in Sachsen Landeshochwasserzentrum Sachsen: Gewässerkundliche Monatsberichte
Die aktuellen sächsischen Daten habe ich dafür noch einmal geprüft. Besonders interessant ist tatsächlich der Vergleich 1961–1990: ca. 155 l/m² gegenüber 1991–2020: ca. 141 l/m², obwohl im neueren Zeitraum im Mittel sogar mehr Niederschlag fiel.
Wissen hilft dabei, Zusammenhänge zu verstehen und gute Entscheidungen für den eigenen Alltag und das eigene Umfeld zu treffen. Viele dieser Fragen gehören unmittelbar zum Leben in Sohland am Rotstein - heute und mit Blick auf die Zukunft.
Praktisches Wissen, Hintergründe und Zusammenhänge rund um das Leben auf dem Land – verständlich erklärt und mit Blick auf unsere Region.
Zur Wissensübersicht → LandlebenAlltag, Gemeinschaft und Lebensqualität – erfahren Sie mehr darüber, was das Landleben in Sohland ausmacht.
Landleben ansehen → Sohland am RotsteinLernen Sie Sohland am Rotstein, seine Besonderheiten, seine Geschichte und das Leben zwischen Rotstein und Oberlausitz kennen.
Sohland kennenlernen →Diese Seite teilen via:
Facebook | Telegram | Whatsapp